REGISTRIEREN
EINLOGGEN
Pages Menu
Categories Menu
get_wp_user_avatar

Gepostet by on Mrz 19, 2018 in Ärgerliches, Bürgerbeteiligung, Einzelhandel, Gelebte Demokratie, Kommunalpolitik, Landau, Meinungsfreiheit, oberbürgermeister, Verkehrspolitik | Keine Kommentare

Bauausschuss – Wettbewerb Weißquartierplatz

Ernst Dumröse, Landau, 17.3. 2018
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
am Donnerstag, dem 15. März, auf dem Klimaschutzworkshop mahnte ein Bürger, die Fachleute
seien sich darin einig, die Autozukunft ist in einem grundlegenden Wandel begriffen (bei uns,
anders als in anderen Ländern, noch nicht richtig wahrgenommen) und wird bereits bis 2030
zu deutlich weniger individuellem Autoverkehr führen.
Das Klimaschutzkonzept, das bis 2050 ausgelegt werden soll, muss diese Entwicklung berücksichtigen und erst recht in dem in Arbeit befindlichen Mobilitätskonzept.

Zur Erinnerung: Im Frühjahr 2017 führte die Stadt ein dreistufiges Bürgerbeteiligungsverfahren
zum Ausbau der Königstraße durch. Hinterher ist leider festzustellen, der Aufwand hat sich
nicht gelohnt. Alle Aspekte einer zukunftweisenden Neugestaltung in Ökonomie, Städtebau,
Kultur und Ökologie wurden von der Parkplatzlobby vom Tisch gefegt, und als unbedingte
Vorleistung zusätzliche Parkplätze auf dem Weißquartierplatz gefordert (mein Schreiben vom
25.05.2017).
Dazu ist anzumerken: Es steht außer Frage, die Königstraße ist am Samstagmorgen zugeparkt.
Der durchgehend vorherrschende Parkdruck ist jedoch nicht bewiesen, da detaillierte Fakten
nicht vorliegen. Eine Kartierung des Wochen- und Tagesverlaufs steht bisher aus. Die Erhebung
in der Parkraumanalyse vom November 2015 gibt dazu zu wenig her. Summa summarum
bescheinigt die Parkraumanalyse der Stadt Landau als Fazit: „ein generelles und systematisches
Parkraumdefizit in der Landauer Innenstadt kann nicht festgestellt werden“.
Angesichts des Dissenses gibt die Stadt dann den Ausbau der Königstraße (vorerst) auf und
zaubert stattdessen den „Bebauungsplan A 14 Weißquartierplatz“ aus dem Hut (mein Schreiben
vom 3.08.2017).
Nach der desaströsen Erfahrung mit der Königstraße wird aber nicht wieder eine flankierende Bürgerbeteiligung geplant, sondern ein von der Stadt gesteuerter Ideenwettbewerb vorgesehen.
Als im Januar d.J. die Kosten bekannt werden, fängt der Trouble richtig an:sage und schreibe
180 Tausend Euro für die Aufstockung von jetzt 100 auf danach 180 Parkplätze, verbunden mit einer Art Aufhübschung, soll der Wettbewerb kosten.
Die Stadt sagt zwar, dass am Ende nicht zwingend gebaut wird, aber die allgültige Erfahrung
lehrt, dass, wenn für ein Projekt schon so viel Geld vorbereitend ausgegeben wurde, es dann
auch realisiert wird und noch weit höhere Kosten verursacht.
Das Dilemma ist also programmiert. Eine relativ einfache Lösung liegt gleichwohl auf der Hand.
Der behauptete Parkdruck lässt sich durchaus drosseln, wenn nicht gar ganz herausnehmen:
In der Königstraße sind derzeit Parkmöglichkeiten verschenkt. Durch kalkulierte Einteilung
und deutliche Kennzeichnung lassen sich zusätzliche Parkplätze im Zehnerbereich generieren.
An der Anzahl der zur Zeit in der Königstraße bestehenden Parkplätze wird nicht gerüttelt.
Außerdem darf bei Neubebauung der Parzelle Königstraße / Ecke Reiterstraße der Parkplatz
auf dem Reitschulplätzl mit seinen 30 Stellplätzen nicht wegfallen. Weitere Parkplätze lassen
sich noch in den umliegenden Weißquartierstraße und Martin-Luther-Straße (er)finden.
Die Parkraumanalyse gibt weiters folgende Handlungsempfehlungen: die Parkdauer in den
Straßenraum-Stellplätzen verringern, desgleichen auf dem Alten Messplatz und dem Weiß-
quartierplatz. Überhaupt ist die Attraktivität des Parkens auf Plätzen und in Parkhäusern zu
erhöhen. Hilfreich wird die Einrichtung eines elektronisch anzeigenden Parkleitsystems sein,
für das hohe Aufwendungen echt sinnvoll wären.
Daraus folgt:
» Ein Parkdeck auf dem Weißquartierplatz ist nicht notwendig
und geht deshalb ganz und garnicht!«
»landaumutopie «
– Fazit mit Mut:
1. Der Bauausschuss kann am Dienstag, dem 20. März, der Beschlussvorlage „Ideenwett-
bewerb Weißquartierplatz“ guten Gewissens nicht zustimmen.
2. Die Beschlussvorlage ist neu zu formulieren und hat den Gesamtkomplex „Königstraße,
Martin-Luther-Straße, Weißquartierstraße und Weißquartierplatz“ zu umschließen.
3. Die Aufgabenstellung der Beschlussvorlage ist präziser auf „Verkehr/Parken und
Lebensqualität“ zu richten.
4. Die Entlastung des Parkdrucks, vor allem in der Königstraße, ist durch Optimierung
der Stellplätze ohne Verzug in Angriff zu nehmen. Alle derzeit bestehenden Parkräume
bleiben erhalten und werden zusätzlich aufgestockt. Damit werden neue Fakten
geschaffen, von denen künftig auszugehen sein wird.
»Das alles wird Landau und seinen Bürgern guttun!«

Mit freundlichen Grüßen Ihr
Ernst-A. Dumröse

VN:R_U [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)

Kommentar absenden