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Gepostet by on Mrz 3, 2018 in Ärgerliches, Einzelhandel, Kommunalpolitik, Landau, oberbürgermeister, Stadtrat, Verkehrspolitik | 1 Kommentar

Einzelhandel und Parken in Landau

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Thomas Hirsch,

ich nehme Bezug auf die Informationsveranstaltung „Einzelhandelskonzept“, Planungsbüro Junker & Kruse, und möchte Ihnen meine Sicht als Einzelhändler der Stadt Landau darlegen.

Was der Handel schon immer wusste, es aber nicht zu sagen traut (jeder weiß es!?) hat der Fachreferent Prof. Dr. Heinemann beim Namen genannt.
…u.a.: „Die heutige Kundschaft des Einzelhandels ist bequem und hat keine Zeit, sie ist vorab aus dem Internet gut informiert und braucht keine Beratung mehr.
Weder möchten sie aufwendig nach einem Parkplatz suchen und dafür auch noch hohe Parkgebühren bezahlen. Weite Laufwege kommt für die Mehrheit nicht in Frage!
Rolltreppen, Fahrstühle und freies Parken liebt der Kunde schon immer, beim Einkaufen muss es bequem sein.
Innerstädtischer Handel braucht genügend Parkraum bei den Geschäften!
Die Händler müssen sich zwangsläufig dem zunehmenden Internethandel stellen, sich dabei den Gegebenheiten anpassen“
Es bedarf der Unterstützung durch die Stadtverwaltung, die sich für den Erhalt des Einzelhandels und der Schaffung notwendiger Parkplätze einsetzt.

Bedauerlicherweise sind in den letzten 10 – 15 Jahren Einflüsse aus dem Stadtbauamt hinzu gekommen, die dem Handel Umsatzeinbußen beschert haben. Ich möchte Ihnen einige Beispiele aus der Vergangenheit aufzählen.

– Die Queichoffenlegung (C&A) vor einigen Jahren, mit ersatzlosem Wegfall von ca. 60 Kundenparkplätzen, hat leider keine zusätzliche Kundenfrequenz, wie ursprünglich angedacht, sondern enorme Umsatzeinbusen in den umliegenden Geschäften ergeben!
Dieser Parkraum war Impulsgeber und von enormer Bedeutung, insbesondere von Kurzparkern genutzt!

– Unsere Landesgartenschau, mit all den zusammenhängenden Straßenbau/Renovierungen, schadete dem Handel in unbeschreiblicher Weise. Dazu kam eine zusätzliche, einjährige Verlegung wegen Bombensuche. Die bescheidene Anzahl an Besuchern (trotz 1Jahr längerer Bewerbung) fand nicht den Weg in die Stadt und in unsere Geschäfte.
Parkraumverknappung führte zum Verdruss und das Ordnungsamt trug leider Ihren
Teil dazu bei.

Weitere Handelseinbußen durch städtische Baumaßnahmen, wie z.B.:
– die Gerber-Straßenrenovierung,
– Unter-/Obertorplatz Umgestaltung,
– Boulevard Ostbahnstraße
– Kreiselbau auf der Ring- und in der Reiterstraße,
– Übergang Ostbahn-/Weißquartierstraße
– Platzrenovierung vor der Post,
– Verkehrsengpass (VR Bank) in der Waffenstraße,
– Flüsterasphalt auf der Rheinstraße, usw.
Verkehrschaos rundherum!

Ich bin der Ansicht, dass die eine oder andere Baumaßnahme in ihrer Ausführung etwas günstiger gelegt werden müsse, nicht unbedingt in die Vorweihnachtszeit.
Über die einzelnen Bauprojekte und ihre Notwendigkeiten möchte ich nicht streiten oder sie in Frage stellen, will aber auf die (meine) Probleme der Einzelhändler hinweisen.
Unsere Kundschaft hat seit Jahren ein Anfahr- und Parkproblem bei den Geschäften und somit habe ich leider ein immer stärker werdendes Existenzproblem.

– Steigende Gewerbesteuern, Werbeschildbesteuerung, Mülldeponie vor unserem Geschäft (aktuelles Bild in der Rheinpfalz ist keine Ausnahme, sondern eine jahrelange Zumutung ohnegleichen), Erhöhungen der Parkgebühren kommen zu allem Elend dazu. Parkraumkontrolle bis in die späten Abendstunden! In naher Zukunft soll die Königsstraße, mit gleichzeitigem Wegfall von „zig“ Parkplätzen renoviert werden!
Zur Einstimmung werden vorab Blumenkübel aufgestellt, ich frage mich: “Wird der EH langsam trocken gelegt?“ Hier werden die dringend notwendigen Innenstadtparkplätze weiter nach außen gelagert.
Das geplante Parkdeck auf dem Weißquartierplatz, als Parkalternative konzipiert, stellt für den Einzelhandel in der Gerber- und Königsstraße keine Ersatzlösung dar!

Von der Unternehmervereinigung Aku hört man leider zum Thema „Parken“ schon lange nichts mehr und seit Jahren fehlt dem Handel eine aus der Politik kommende, starke Lobby.
Mit Entsetzen sehe ich dem Niedergang der inhabergeführten Geschäfte in den Fußgängerzonen entgegen.
Modepark Röther hätte auf alle Fälle verhindert werden müssen. Schade, schade nun für den EH in unserer Stadt.

Ich möchte Sie von Herzen bitten, lieber Herr Oberbürgermeister Hirsch, stärken Sie den für die Stadt Landau so lebensnotwendigen Einzelhandel, egal wie!
Ich erlaube mir als Händler Ihnen einen Vorschlag zu unterbreiten:
„Ist es möglich, während der Umbauphase der Königsstraße auf der Rückseite der Augustinerkirche (Edith Stein Platz) und des Stadtbauamts einen Kundenparkplatz für Kurzparker (1Std) anzulegen?“ Kurze Wege – kurze Verweildauer.
Vielleicht ist es auch möglich, dass die Verwaltungsangestellten Ihren Parkplatz im Hof des Finanzamts bekommen. Die Edith Stein Skulptur könnte vorübergehend in den Klosterhof oder auf den neugestalteten Kardinalsplatz gestellt werden.
Edith Stein, Philosophin und Frauenrechtlerin jüdischer Herkunft, die 1922 durch die Taufe in die katholische Kirche aufgenommen wurde, eignet sich ebenso hervorragend für das umzubenennende E-S-Gymnasium in unserer Stadt. Selbstverständlich mit der Skulptur vor dem Schulgebäude.
Ich bleibe in der Hoffnung und wünsche uns, dem Einzelhandel, eine schnelle Besserung, nicht zum Schaden für unsere schöne Stadt Landau.

Viele Grüße,
Ihr Einzelhändler

Reinhard Dubronner, Landau

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1 Kommentar

  1. 4. April 2018/610-St1
    Ihre Mail vom 3. März 2018 zur Fortschreibung des
    Einzelhandelskonzeptes und der Parkraumsituation in der Landauer
    Innenstadt
    Sehr geehrter Herr Dubronner,
    vielen Dank für Ihre Anregungen zum Themenkomplex Einzelhandelskonzept und
    Parkraumversorgung in der Landauer Innenstadt. Lassen Sie mich hierzu einige
    Ausführungen treffen.
    Ein Bündel von Planungsinstrumenten trägt zur Sicherung und kontinuierlichen
    Verbesserung des attraktiven Einkaufsstandorts Landau bei. Hierbei sind wir
    bestrebt, die verschiedenen Interessen unserer Bürgerinnen und Bürger im
    Rahmen der geforderten und auch notwendigen (Innen-)Stadtentwicklung zu
    berücksichtigen. Dazu zählt u. a. das Verhindern von Abwanderungen von
    Einzelhandel auf die „grüne“ oder „graue“ Wiese, die Aufwertung des öffentlichen
    Raums und die Verbesserung der städtebaulichen Qualität, aber auch die
    Optimierung der Verkehrs- und Parkraumsituation. Die Stärkung des baulichen
    Charakters und der Atmosphäre einer gewachsenen Alt- und Innenstadt als
    Identitätsstifter spielt hierbei ebenso eine Rolle, wie zahlreiche sich ständig im
    Wandel befindlichen vielschichtige Anforderungen an zeitgemäße öffentliche
    Straßen- und Platzräume. Mittels differenzierter, langfristig angelegter,
    stadtplanerischer Werkzeuge, wie z. B. dem Innenstadtentwicklungs-konzept,
    dem angegliederten Mobilitätskonzept und dem Einzelhandelskonzept werden die
    Belange gebündelt, Maßnahmen gesteuert und konkretisiert. Hierbei wird jeweils
    das gesamtstädtische Gefüge betrachtet.
    Die regelmäßigen positiven Rückmeldungen zur Attraktivität unserer Innenstadt
    seitens der Besucher, Kundinnen und Kunden und der Bürgerschaft Landaus
    selbst sprechen für die konsequente Umsetzung der bisherigen
    Planungskonzepte. Dies zeigt sich sowohl in der ungebrochenen hohen Nachfrage
    nach Landau als Wohnstandort und Lebensmittelpunkt und schlägt sich nicht
    zuletzt auch faktisch in den Evaluationsergebnissen und Zahlen zur aktuellen
    Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes nieder. Dass die Stadt Landau ihrer
    Versorgungsfunktion als Mittelzentrum weiterhin gut gerecht wird, wurde uns in
    diesem Zusammenhang von entsprechenden Fachbehörden und Verbänden
    wiederholt bestätigt. Um dies auch in Zukunft sicherstellen zu können, soll auch
    das künftige Einzelhandelskonzept eine wesentliche Planungs- und
    Entscheidungsgrundlage im Hinblick auf die Einzelhandelssteuerung darstellen.
    Ich teile Ihre Meinung, dass in einer Innenstadt genügend Parkraum im Umfeld
    der Geschäfte zur Verfügung stehen muss. Dass dies in Landau grundsätzlich der
    Fall ist, hat unsere im Jahr 2015 durchgeführte Parkraumuntersuchung bestätigt.
    Der von Ihnen als Beispiel genannte Wegfall der ca. 60 Parkplätze im Zuge der
    Queichoffenlegung wurde durch die zusätzliche Ausweisung von über 100
    öffentlichen Parkplätzen im Parkhaus „Am Großmarkt“ kompensiert. Auch bei
    künftigen Entwicklungen und Baumaßnahmen werden wir das Parkraumangebot
    selbstverständlich im Blick behalten.
    Unabhängig davon haben die von Ihnen genannten Baumaßnahmen sehr zum
    positiven Erscheinungsbild unserer Stadt beigetragen. Ich denke, dass dafür
    temporäre Einschränkungen während der Bauzeit akzeptabel sind. Mit Blick auf
    unser dichtes Straßennetz konnten auch entsprechende Umleitungsmöglichkeiten
    vorgehalten werden.
    Planungen sowohl zur Gestaltung als auch zum Zeitablauf zum Umbau der
    Königstraße liegen noch nicht vor. Es ist daher noch zu verfrüht, um über
    eventuelle Ersatzparkplätze und deren mögliche Verortung zu diskutieren. Der
    Edith-Stein-Platz steht aufgrund seiner Bedeutung und Symbolkraft hier jedoch
    eher nicht zur Verfügung.
    Hinsichtlich einer guten Erreichbarkeit und attraktiven Gestaltung der Innenstadt
    kann die Stadt Landau den Einzelhandel unterstützen. Dies soll auch künftig
    erfüllt und gewährleistet werden. Doch für den Erhalt einer lebendigen Innenstadt
    können wir uns alle gemeinsam verantwortlich zeichnen. Gleichzeitig geht daher
    unser Appell an die Einzelhändler und Eigentümer von Gebäuden, die selbst
    einen Beitrag dazu leisten können, z. B. durch ansprechende Fassaden- und
    Schaufenstergestaltung, der Historie des Ortes entsprechende Außenwerbung
    und Einbindung des Themas Online-Handel in das Geschäftskonzept. Was wir zur
    Unterstützung tun können, werden wir anbieten.
    Hinsichtlich der Landesgartenschau möchte ich anmerken, dass wir mit über
    800.000 Besuchern die kalkulierten Besucherzahlen übertreffen konnten. Dass
    diese womöglich nicht in größerer Zahl den Weg in die Innenstadt unterwegs
    waren, lag nicht an der städtischen Infrastruktur. Während der
    Landesgartenschau wurde in Landau keine Baumaßnahme durchgeführt, die
    Auswirkungen auf das Straßennetz oder das Parkraumangebot hatte.
    Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meinen Ausführungen ein stückweit unsere
    Bestrebungen zur gemeinsamen Stärkung des Einzelhandels darlegen konnte und
    freue mich auf Ihr weiteres Wirken im Sinne eines attraktiven Einzelhandels- und
    Wirtschaftsstandorts.
    Mit freundlichen Grüßen
    Thomas Hirsch

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