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Gepostet by on Jul 17, 2017 in ADFC Landau / SÜW, Allgemein, Bürgerbeteiligung, Fahren im Fahrverband, Gelebte Demokratie, Landau, Meinungsfreiheit, Presse, Radfahren in Landau, Verkehrspolitik | Keine Kommentare

„Wir sind der Verkehr“

Rheinpfalz-Interview vom 17.7.2017
Einmal im Monat fährt eine Gruppe Radfahrer im Pulk durch die Stadt.
Andreas Barlang und Reinhard Dubronner sind dabei. „Critical Mass“ nennt sich die Aktion,
mit der Landauer Fahradfreunde seit 2015 für ihre Rechte auf die Straße gehen.

Sie radeln für ein besseres Miteinander von Auto- und Radfahrern, Durch das Fahren im Verband provozieren Sie aber Autofahrer. Ist das nicht kontraproduktiv?
Andreas Barlang: Nein. Wir wollen ganz gewiss keine Autofahrer provozieren. Wir nutzen die Möglichkeiten der Straßenverkehrsordnung, uns im Fahrverband fortzubewegen. Uns macht das gemeinsame Fahren Spaß. Ich sehe nicht, warum wir damit die Autofahrer provozieren. zumal wir nie mehr als 20 Radfahrer sind.

Aber mit der Kreisumrundung vor einem Jahr blockierten Sie den Verkehr und sorgten für Ärger.
Reinhard Dubronner: Klar, die Autofahrer haben reagiert und mussten sich auf das Neue einstellen. Aber seitdem gab es keine Vorkommnisse. Die Akzeptanz ist da, wir sind registriert. Die Umrundung war Spaß. Wir waren Lausbuben.
A.B.: Wir radeln bewusst freitagabens nach dem Feierabendverkehr. Von Verkehrsbehinderung kann also nicht die Rede sein. Wir haben aber gemerkt, dass wir solche Aktionen vermeiden sollten.

Stichwort Lausbuben. Wer fährt rücksichtsloser: Aoto- oder Fahrradfahrer?
A.B.: Rüpel gibt es im Auto,auf dem Rad und zu Fuß.
R.D.: Radfahrer müssen sich genauso disziplinieren wie Autofahrer. Es müssen beide aufeinander Rücksicht nehmen, sich gegenseitig respektieren um gleichberechtigt am Staßenverkehr teilnehmen zu können.

Gleichberechtigung setzt setzt auch ein Verkehrsnetz voraus, das alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt. Ist das in Landau der Fall?
R.D.: Einiges wurde gemach: Einbahnstraßen für Radfahrer geöffnet, die Fahradstraße An44 initiiert. Trotzdem wurde in den letzten Jahren dem Radwegenetz weniger Aufmerksamkeit geschenkt als dem Straßenbau. Hierb besteht Nachholbedarf.
A.B.:Und wenn man vom Fahradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ausgeht, dann ist die Stadt noch weit davon entfernt.

Halten Sie den Test für aussagekräftig?
A.B.: Auf jeden Fall. Die Mindestteilnehmerzahl war in Landau dreimal so hoch.

Kritisiert wurden schmale Radwege, fehlende Beschilderung und keine Leihräder. Was bemängeln Sie?
A.B.: Es wird oft nicht kontrolliert, ob auf Fahrradwegen geparkt wird.
R.D.: Viele Radwege sind veraltet. Es müssen neue Radzeichen auf den Asphalt gezeichnet und Linien nachgezogen werden. Es fehlen sichere Schul- und Verbindungswege zwischen den Universitätsstandorten. Eine Fahrradstraße parallel zur Rheinstraße, etwa in der Vogesenstraße wäre toll. Und Fahradparkhäuser.

Und welche Verkehrspunkte halten Sie für gefährlich?
B.: Die Kreuzung Schlossstraße/Zweibrücker Straße. Hier fehlen nicht nur sichere Querungsmöglichkeiten, auch der Bürgersteig an der Tankstelle Frühmesser ist aufgrund der ein- und ausfahrenden Autos gefährlich. Insgesamt ist die Strecke Wollmesheimer-Straße-Rheinstraße fahradunfreundlich. Hier müsste ein Radweg geschaffen werden. Aber auch Horststraße und Brücke sind gefährliche Punkte.
D.: In der Annweilerstraße mündet der Radweg kurzfristig auf die Straße. Da müsste ein früheres Kennzeichen dier Eingliederung ankündigen.

Wenden Sie sich damit an die Stadt?
B.: Zugegeben, das machen wir viel weniger, als wir sollten.

Dabei bietet diese mit Mobilitätskonzept und Bürgerforen Anlaufstellen.
B.: Ich nahm am Forum zum Ausbau der Königsstraße teil. Beim ersten Mal. bei den Folgeveranstaltungen war ich verhindert. Aber es war immer ein Vertreter der ADFC da.

Laut der Initiatoren war die Beteiligung der Fahrradfahrer schwach. Setzen sich Radfahrer generell zu wenig für ihre Belange ein?
D.: Als Einzelhändler habe ich ein gespaltenes Verhältnis zum Ausbau der Königsstraße. Dass der Radfahrer aber generell zu schwach repräsentiert ist, kritisiere ich auch. Radfahrer müssen stärker sein. Trotz guter Ankündigung ist die Teilnehmerzahl bei „Critical Mass“ ebenfalls bescheiden.

Das heißt?
B.: Es gibt einen Kern von acht bis zehn Leuten, die regelmäßig kommen. Aber die Schüler und Studierenden fehlen, die einen Großteil der Landauer Radfahrer ausmachen und eine kritische Masse bilden könnten. Die hätten wir das nächte Mal gerne dabei.

Das Interviev führte Frau Barbara Swojanowsky

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