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Gepostet by on Dez 6, 2016 in Ärgerliches, Baum, Bürgerbeteiligung, Gelebte Demokratie, Klima, Kommunalpolitik, Landau, Umwelt | 2 Kommentare

ProBaum Presseerklärung

ProBaum Presseerklärung

Erhalt der Baumsubstanz im Stadtgebiet und Nachpflanzungen zur Verbesserung der städtischen Ökobilanz in Landau.

Wir von der Bürgerinitiative ProBaum reagieren auf die jüngsten Äußerungen des Herrn Bernhard, Straßenbau, die er in der ersten Beteiligungsrat-Sitzung im Zusammenhang mit dem Ausbau Ostbahnstraße wie folgt geäußert hat:
„Eine Bürgerbeteiligung zum Ausbau der Straße und dem Erhalt der dortigen Straßenbäume wird es nicht geben, weil …. vor 10 Jahren ein Werkstattkreis mit Bürgerbeteiligung stattgefunden hätte und der Plan so beschlossen sei. (Genau dies war aber auf dem Landauer Weg zur Bürgerbeteiligung als Einstiegsfall mit Herrn Kamplade besprochen worden.)

Den gefällten Stadtbäumen der Friedrich-Ebert-Straße und Cornichonstraße würde kein Mensch mehr eine Träne hinterher weinen“, erklärte Herr Bernhard weiter.

Daher sei klargestellt:
Diese Baumfällungen bedauern wir, mit vielen Natur und Umwelt bewussten Bürgern unserer Stadt, noch immer sehr, ebenso wie die am Ostring und in der Gerberstraße, Boulevard Ostbahnstraße unnötigerweise gefällten Bäume, sowie die zahlreichen Fällungen zur Landesgartenschau hin.
Dies alles hat zur Klima-Verschlechterung in unserer Stadt beigetragen und wird noch lange nachwirken. Auch wenn vielleicht numerisch mehr kleine Bäumchen gepflanzt, als große, ausgewachsene Bäume gefällt wurden!

Der Aussage des Herrn Bernhard wird von ProBaum ausdrücklich und vehement widersprochen.

Leider sehen wir darin die sorglose, längst überholte Grundeinstellung der Verwaltung der letzten Jahrzehnte bei den derzeitigen Straßen- und Stadtplanungen bestätigt und fortgeführt.
Feinstaubbelastungen, zunehmender Smog, Klimaerwärmung und zunehmende Temperatur in der Innenstadt (die sich „aufheizt“) zwingen uns zum sofortigen Umdenken und Handeln, auch und gerade in der Ostbahnstraße.
Die grundsätzliche Fachkompetenz des Stadtbauamts sei hier nicht in Frage gestellt, doch unter Berücksichtigung der genannten Einflussgrößen ist die Zeit reif für ein Umdenken.

Herr Dr. Ingenthron, wir fordern Sie als Baudezernent dazu auf, umgehend Schritte einzuleiten, um den Erhalt unserer Stadtbäume, bei zukünftigen –Bau und Straßenrenovierungen zu sichern.

Jahrelang wurden wir Bürger von der Autoindustrie mit dem Spritverbrauch und der Feinstoffbelastung auf Kosten unserer Gesundheit genötigt und betrogen. Es wäre daher folgerichtig, dass wir zur Verbesserung der Luft „Nachpflanzungen im gesamten Stadtgebiet zur vorhandenen Baumsubstanz vornehmen“ – konsequenterweise auf Kosten des Autoverkehrs!!!

Für eine lebens- und liebenswerte Stadt
Co-Sprecher Bürgerinitiative ProBaum
BUND-, GNOR- und Pfälzer-Wald-Vereins Mitglied
Reinhard Dubronner,
Landau den 06.12.16

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2 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Dubronner,
    vielen Dank für die Übersendung Ihrer Presseerklärung. Zunächst möchte ich jedoch die beiden von Ihnen zitierten Aussagen richtig stellen. Herr Bernhard hat im Beteiligungsrat keinesfalls ausgesagt, dass es keine Bürgerbeteiligung zum Ausbau der Ostbahnstraße mehr geben wird. Diese Entscheidung obliegt dem Beteiligungsrat. Herr Bernhard hat im Beteiligungsrat lediglich auf den Werkstattprozess und die damals intensiv durchgeführte Bürgerbeteiligung hingewiesen. Der Vorschlag der Verwaltung lautete dann, das Ergebnis dieses Verfahrens zu bestätigen und im Rahmen einer zusätzlichen Bürgerbeteiligungsveranstaltung vorzustellen. Diesem Vorschlag ist der Beteiligungsrat gefolgt und hat darüber hinaus beschlossen, dass die detaillierte Planung (wie z. B. die Bordsteinhöhe o. ä.) in diesem Rahmen noch diskutiert werden kann. Hierbei ist allerdings klar und wurde in der Sitzung des Beteiligungsrates auch so deutlich gemacht, dass in diesem Rahmen nicht die grundsätzliche Gestaltungsplanung thematisiert werden kann, wozu auch die Baumdiskussion zählt.
    Auch die Aussage, dass den Bäumen in der Friedrich-Ebert-Straße und Cornichonstraße kein Mensch mehr eine Träne nachweinen würde ist nicht gefallen. Vielmehr hat Herr Bernhard ausgesagt, dass dem alten Straßenzustand mit der Bepflanzung heute niemand mehr nachtrauert. Zu dieser Aussage steht Herr Bernhard und wird auch von viel Zuspruch aus der Bevölkerung unterstützt.
    Ich bitte ausdrücklich darum, die Aussagen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern korrekt wiederzugeben, zumal dann, wenn dies im öffentlichen Diskurs oder gar in Pressemitteilungen erfolgt.
    Eine Straßenplanung muss eine Vielzahl an Ansprüchen erfüllen. Dabei werden den Grünpflanzungen genau so viel Aufmerksamkeit und Bedeutung beigemessen wir allen anderen Planungsbelangen. Ihren Vorwurf, das Stadtbauamt würde seit Jahrzehnten auf Bäume keine Rücksicht nehmen weise ich ausdrücklich zurück. Alle Straßenplanungen erfolgen in Abstimmung mit dem Umweltamt und werden letztendlich im Bauausschuss oder Stadtrat beschlossen. Es gab und gibt bei den von Ihnen genannten Straßenausbauten gute Gründe, wenige alte Bäume wegzunehmen und neue junge Bäume in weitaus größerer Anzahl zu pflanzen. Diese Gründe wurden jeweils von einer Mehrheit in Bürgerbeteiligungsverfahren und politischen Gremien getragen und sind daher, auch wenn das Ergebnis Ihnen im Einzelfall missfallen mag, zu respektieren.
    Mit freundlichen Grüßen Dr. Maximilian Ingenthron Bürgermeister
    Stadtverwaltung Landau in der Pfalz Marktstraße 50 . 76829 Landau in der Pfalz

    Rückantwort

    Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr.Ingenthron,

    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein gutes Jahr 2017, Gesundheit und gute Energie, um die Geschicke von Landau recht zu lenken.

    Vielen Dank für Ihre Rückantwort zum Ausbau der Ostbahnstraße.
    Bei allem demokratischem Respekt vor dem Zustandekommen der Ausbauentscheidung zur Ostbahnstraße, wir von ProBaum sehen das Verfallsdatum hierfür als längst „abgelaufen“ an. Der vor mehr als 10 Jahren gefasste Entschluss entspricht nicht mehr den Anforderungen unserer Zeit.

    …den Bäumen eine Träne nach weinen, …oder den Bäumen nach trauern, ist keine
    „Sinn-Entfremdung“ und irrelevant. Verzeihen Sie mir bitte diesen Flüchtigkeitsfehler.
    Tatsache ist, dass Herr Bernhard „dies im Zusammenhang mit der Friedrich-Ebert-Straßenrenovierung und den dort gefällten Bäumen, in der ersten Beteiligungsrat Sitzung geäußert hat“.
    Wir empfinden es als schallende Ohrfeige für all diejenigen, die sich in der Vergangenheit um ein verbessertes Stadtklima eingesetzt haben!
    Gleichzeitig spiegelt es leider die immer noch gängige und nicht mehr zeitgemäße Ausbaupraxis des Stadtbauamts wieder.
    Daher ist die Forderung zum Erhalt der vorhandenen Baumsubstanz in unserer Stadt folgerichtig.
    …… Hierbei ist allerdings klar und wurde in der Sitzung des Beteiligungsrates auch so deutlich gemacht, dass in diesem Rahmen nicht die grundsätzliche Gestaltungsplanung thematisiert werden kann, wozu auch die Baumdiskussion zählt…… (aus Ihrem Antwortschreiben)
    Auf Grund der weltweiten, dramatischen Klimaveränderungen sehen wir einen dringenden Handlungs-, bzw. Änderungsbedarf in der aktuellen Gestaltungsplanung der Ostbahnstraße.
    ProBaum begrüßt die in der Neujahrsrede unseres Oberbürgermeisters Thomas Hirsch angesprochene Klimaschutzkonzeption für unsere Stadt. Wir sehen uns in unserem Ansinnen bestätigt. Gleichzeitig bieten wir unsere Mitarbeit bei der Konzeptionserarbeitung an mit dem Ziel: „Unser Stadtklima deutlich, schnell und nachhaltig zu verbessern!“

    Für eine liebens- und lebenswerte Stadt Landau
    Mit freundlichen Grüßen
    Reinhard Dubronner

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  2. Sehr geehrter Herr Barlang,
    vielen Dank für Ihre Nachricht. Gerne antworte ich darauf.
    Rahmenpläne geben, wie der Name auch aussagt, den Rahmen für die spätere Detailplanung vor. Rahmenpläne für große Projekte sind immer für einen langen Zeitraum ausgelegt und werden Schritt für Schritt umgesetzt. Daher ist es durchaus normal, dass zwischen Planerstellung und Umsetzung eine mitunter k lange Zeitspanne liegt. Dies wurde im damaligen Werkstattverfahren auch offen angesprochen und war den Werkstattteilnehmern bewusst. Das Aufstellen und prüfen von Alternativen ist im damaligen Werkstattprozess erfolgt und hat zu dem bekannten Ergebnis geführt. Der Beteiligungsrat hat dieses nun auch bestätigt.
    Zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen kann ich folgende Antworten geben:
    1. Die Ver- und Entsorgungsunternehmen werden Ihr Leitungsnetz größtenteils auch erneuern. Die Planungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen. Bei Tiefbauarbeiten werden alle in Frage kommenden Bauweisen bedacht und geprüft.
    2. Bei Beibehalten der bestehenden Baumreihe müssen die Baumscheiben so groß ausgelegt werden, dass fast kein Gehweg auf der Südseite angelegt werden kann. Der geringste Abstand zwischen Baumstamm und Gebäude beträgt ca. 2,60 m. Nach Forderung des Umweltamtes müssten zum Schutz der Wurzeln die Baumscheiben ca. 5 m groß (allseitig mindestens 2,5 m um den Stamm) angelegt werden. Somit würde auf einer Länge von ca. 5 m hier kein Gehweg bestehen. Auch im weiteren Verlauf würde der Gehweg im Bereich der Baumscheiben nur eine Breite zwischen 70 cm und 1,5 m aufweisen. Auf der Nordseite wäre bei Beibehaltung der Parkreihe nur ein Gehweg von weniger als 2 m Breite möglich. Vorgeschrieben sind mittlerweile bei Neubauten Gehwege mit mindestens 2,50 m Breite. Eine zusätzliche Baumreihe auf der Nordseite würde die Fußgängersituation noch weiter verschlechtern.
    3. Durch die Anpflanzung der Bäume auf der Nordseite muss dort der Gehweg verbreitert und die Fahrbahn nach Süden verschoben werden. Um die Forderung nach einem ausreichend breiten Gehweg auf der Südseite dann erfüllen zu können, ist eine zusätzliche durchgängige Baumreihe auf der Südseite nicht möglich.
    Bei der Frage, ob die von Ihnen genannten Straßen durch den Umbau eine Aufwertung erfahren haben, sind wir sicherlich unterschiedlicher Meinung.
    Ich hoffe ich habe Ihre Fragen zufriedenstellend beantworten können.
    _________________________________________
    Mit freundlichen Grüßen
    im Auftrag

    Ralf Bernhard
    Abteilung Mobilität und Verkehrsinfrastruktur

    Antwort Ostbahnstr.

    Guten Tag Herr Bernhard,

    danke für ihre Informationen zum Straßenausbau Ostbahnstraße.
    Wie wir alle aus TV, Rundfunk und der aktuellen Presse wissen, sind unsere zu bewältigen Themen: Klimawandel, Erd- und Städteerwärmung, ebenso eine rasant zunehmende Feinstaubbelastung (Smog) zu nennen.
    Der vor 10 Jahren abgehaltener Werkstattkreis hat diese Einflüsse mit aller Wahrscheinlichkeit nicht in dem Maße berücksichtigt wie es heute erforderlich ist. Über die Folgen und den Kosten der mangelnden Beachtung der letzten Jahrzehnte muss ich Sie nicht aufklären und unsere Generation wird den entstandenen Klimaschaden leider nicht mehr beheben können!
    In keiner Weise möchten wir, als Umwelt und Natur bewussten Bürger, eine weitere Verschlechterung unserer Lebensbedingungen in unserer Stadt Landau mehr hinnehmen. Sicherlich dürfen wir Sie hierzu auch zählen.
    Die Ausbauplanung der Ostbahnstraße sieht dies jedoch leider so vor. Bäume sollen auf Kosten von Parkplätzen und einer für die damalige Zeit noch gängigen Ausbauästhetik geopfert werden.
    …. Auf der Nordseite wäre bei Beibehaltung der Parkreihe nur ein Gehweg von weniger als 2 m Breite möglich. Vorgeschrieben sind mittlerweile bei Neubauten Gehwege mit mindestens 2,50 m Breite. Eine zusätzliche Baumreihe auf der Nordseite würde die Fußgängersituation noch weiter verschlechtern. ….
    Nicht die vorhandenen Bäume sind das Problem, sondern die Neupflanzungen auf der Gegenseite mit Beibehaltung der Parkreihen. Nach der sich abzeichnenden Zukunftsentwicklung wird das Auto nicht mehr die Rolle einnehmen wie Sie es noch eingeplant haben. Dafür müssen Radwege viel stärker berücksichtigt werden, und das ist wichtig und richtig so! Zur Klimaverbesserung tragen zudem ausgewachsene Bäum viel mehr bei, als sogenannte große „Kleinbäume“ Selbst in größerer Zahl gepflanzt verringern sie nicht unsere Klimaprobleme in der Stadt, bzw. erst in ferner Zukunft!
    Wir von ProBaum gehen davon aus, dass Sie Herr Bernhard eine Ausbaulösung mit Erhalt der gewachsenen Bäume finden, sowie einige Nachpflanzungen berücksichtigen, und noch einige Parkplätze erhalten können.

    Unsere Stadtpolitik ist aufgefordert entsprechend zu handeln und ein starkes Zeichen für die Zukunft und für den Klimaschutz zu setzen.

    Mit freundlichem Gruß,
    Reinhard Dubronner

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