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Gepostet by on Jul 7, 2016 in Allgemein, BUND Südpfalz, Gesundheit, Klima, Kommunalpolitik, Landau, Politiker direkt!, Presse, Stadtrat, Wirtschaft, Wohnraum in Landau | Keine Kommentare

Offener Brief von BUND Südpfalz, NABU und GnOR

Sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte,
Die Umweltverbände NABU, GNOR und BUND Südpfalz wenden sich heute an Sie. Wir haben was das Untersuchungsgebiet im Landauer Südwesten angeht, weitreichende Bedenken, die wir Ihnen hiermit mitteilen. Gern stehen wir für weitere Fragen und Informationsaustausch zur Verfügung.

Fruchtbarer Boden kann nicht ersetzt werden.

Jeder Quadratmeter neu versiegelte Fläche verschärft massiv Probleme bei Starkregenereignissen, Unwettern und verhindert die Produktion von Frischluft, -wasser und die Bindung von CO2. Sicherlich sind Ihnen die zahlreichen Überflutungsbilder der letzten Wochen noch im Gedächtnis. Das geplante Neubaugebiet in Landaus Südwesten, ist praktische Umsetzung dieser Flächenversiegelung. Das Fatale daran: Ökologischen Nischen, können durch Ausgleichsflächen vielleicht noch ausgeglichen werden, fruchtbarer Boden nicht. In Europa entstehen pro Jahr nur etwa 0,1 Millimeter neuer Boden. Täglich werden in Deutschland jedoch rund 90 Fußballfelder verbraucht, die nicht mehr zur Neuproduktion von Boden herangezogen werden können. Und dies bei sinkenden Bevölkerungszahlen. Auch auf Landesebene hat man dieses Problem erkannt und als Nachhaltigkeitsziel die Stabilisierung der täglichen Flächenneuinanspruchnahme bei unter einem Hektar festgesetzt.Dies wäre für Landau ein täglicher Flächenverbrauch von 44qm. Dies entspräche einer Bautätigkeit, nach Landesvorgaben, von 50 Jahren.
Notwendige Infrastruktur bringt Zusatzprobleme
Weiterhin schafft auch die damit notwendig werdende Verkehrsinfrastruktur einen zusätzlichen Flächenverbrauch sowie Lärm-, Hitze- und Klimaprobleme.
BUND-Leerstanderhebung zeigt Potentiale
Der Wohnraumbedarf in Landau ist hoch, ganz besonders im Bereich Sozial-und Studentenwohnungen. Hier haben wir durch eine eigene Erhebung in der Innenstadt ein Potential für 172 Vier-Personen- oder 329 Singlehaushalte ermittelt. Diese Zahl bezieht sich nur auf den Fußgängerzonenbereich und ließe sich durch einige weitere Anreize wie die Ausweisung eines Sanierungsgebiets und der Erhebung der gesamten Stadtfläche mit Sicherheit steigern.
Wertvolles Biotop und Frischluftschneise
Weiterhin befinden sich im Planungsraum seltene und streng geschützte Arten wie die Zauneidechse, deren Bestand durch ein Bauvorhaben gefährlich dezimiert würde. Außerdem ist das Gebiet wichtig als Frischluftschneise, vor Allem für die sommerlich jetzt schon deutlich aufgeheizte Kernstadt.
Folgekosten
Der vorgesehene Flächenverbrauch hat zudem ökonomische Konsequenzen, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Mit dem Ausbau der Siedlungs- und Verkehrsflächen werden sowohl die private Wirtschaft als auch die öffentlichen und privaten Haushalte mit ständig wachsenden Fixkosten für die Instandhaltung und den Betrieb dieser Infrastruktur belastet werden.
Vorhandene Konzepte sind noch frisch und zukunftsweisend
Dringend verweisen möchten wir auch noch einmal auf die Baulandstrategie, die vom Hauptausschuss der Stadt am 11.2.2014 mit großer Mehrheit angenommen wurde. Die zukunftsorientierte Priorisierung von Bauflächen und die Vergabe der Bauflächen war noch vor zwei Jahren ein Aushängeschild der Stadt. Warum sie nach so kurzer Zeit überholt sein soll ist für die Bürgerschaft nicht nachvollziehbar.
Daher ist es in Ihrer Verantwortung als Stadträte und politische Personen, diese Nachteile mit den Vorteilen des neuen Baugebiets zu vergleichen und eine verantwortungsvolle Entscheidung zu treffen.

Mit freundlichen Grüßen

Jenni Follmann Ina Ottusch Fabian Bindrich
BUND Südpfalz NABU GNOR

 

Hier klicken zum Öffnen der Datei „Leerstandserhebung in der Landauer Kernstadt“

Leerstandserhebung in der Landauer Kernstadt (2)

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