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Gepostet by on Jun 20, 2016 in Allgemein, Ärgerliches, BUND Südpfalz, Energiewende, Klima, Kommunalpolitik | Keine Kommentare

Energiewendezahlen: Südpfalz hat Nachholbedarf

BUND Kreisgruppe Südpfalz
PRESSEINFORMATION!

20.6.2016
Energiewendezahlen: Südpfalz hat Nachholbedarf
Zum Beispiel: Trester als spürbarer Beitrag zur regionalen Wertschöpfung

„Enttäuschend und besorgniserregend“ nennt Karin Marsiske, südpfälzische BUND-Kreisgruppenvorsitzende, das Ergebnis einer Stdudie unter dem Titel „5 Jahre Energiewende: Wo steht die Südpfalz?“. Die materialreiche Studie wurde dem BUND von einem ausgewiesenen und unabhängigen Energieexper-ten aus Landau zur Verfügung gestellt. Dieser kommt darin zu dem Ergebnis, dass die Südpfalz bei der Erreichung der von der Pariser Klimakonferenz vor-gegebenen Klimazielen hinter der eingetretenen allgemeinen Entwicklung auf-fällig hinterherherhinkt. Die Südpfalz muss nacharbeiten.
Während bundesweit, gemessen am Basisjahr 1990, immerhin noch ziemlich unzu-längliche 27 Prozent CO2-Minderung erreicht worden sind, verharren die Landkreise GER und SÜW sowie die kreisfreie Stadt Landau bei 15 bis 20 Prozent Minderung. Dass sich wenigstens die Stadt Germersheim und die Stadt Landau (veraltet) wie auch die Verbandsgemeinden Landau-Land und Bad Bergzabern ein Klimaschutz-konzept zugelegt haben oder daran arbeiten, reicht hinten und vorne nicht aus. So kann es nicht überraschen, dass die 18 Prozent Erneuerbare Energien, die die Süd-pfalz zum Stromverbrauch beiträgt, im Vergleich mit den 33 Prozent Bundesdurch-schnitt eher recht mickrig daher kommen.
Gemäß einer Erhebung der Universität Landau können auf den Dächern der Süd-pfalz rund 1.600 GWh Solarstrom pro Jahr erzeugt werden (1 GWh = 1 Gigawatt-stunde, entspricht 1 Mio. Kilowattstunden). Das in dieser speziellen Südpfalzressour-ce steckende Potenzial wird derzeit noch nicht einmal zu einem Zehntel ausge-schöpft. Grotesk wirkt daher in diesem Zusammenhang, dass der bisher hoffnungs-volle jährliche Zubau von Solaranlagen in der Südpfalz im Jahr 2015 um über 80 Prozent auf nur noch 4,5 Megawatt (MW) eingebrochen ist. Ein Trend, der derzeoit bundesweit ca. 70.000 Arbeitsplätze in der Solarbranche vernichtet. Die Bundesre-gierung will das so.
Dabei kostet inzwischen die Erzeugung des Solarstroms bei Dachanlagen nur noch 11 bis 12 Cent pro kWh (netto). Demgegenüber schlägt eingekaufter Strom bei priva-ten Haushalten um das Doppelte zu Buche. Also lohnen sich Photovoltaikanlagen.
Das Windkraftpotenzial der Südpfalz liegt bei etwa 250 MW, die die Region mit ca. 700 GWh pro Jahr beliefern könnten. Dies entspricht etwa einem Drittel des Strom-verbrauchs der Region.
Zusammenfassend heißt es daher in der Studie: Wind und Sonne reichen aus, um den gesamten Strombedarf der Region abzudecken. . . . Erneuerbare schaffen sinnvolle Arbeit und Wertschöpfung.
Laut Studie muss künftig dem Wärmebereich mehr Aufmerksamkeit gelten. Denn ca. 5.000 GWh Wärme werden in der Südpfalz für Heizung und Industrieprozesse verbraucht. In diesem Nutzungsbereich gelte es daher, die Gebäudesanierung sowie die Nutzung der Erneuerbaren vermehrt in den Blick zu nehmen. Dazu gehöre u. a. die Anhebung der Sanierungsquote von jährlich unter 1 Prozent des Gebäudebe-standes auf mindestens 2 Prozent. Bund und Land müssten Anstoß zu einer Sanie-rungsoffensive geben. Neben Biomasse, Sonne und Erdwärme sollte dem in der Südpfalz in großen Mengen anfallenden Trester für die Energieversorgung erheb-liche Bedeutung zukommen. Alleine für die VG Landau-Land sei das berechnete Trestermaterial so hoch, dass dort der gesamte Heizölbedarf der Bürger und des Gewerbes ersetzt werden könne.
Die Studie möchte schließlich folgenden meist übersehenen Umstand deutlicher ins Bewusstsein heben: Südpfälzische Haushalte und Unternehmen müssen augen-blicklich für den Einkauf von Heizöl und Erdgas etwa 200 Millionen Euro pro Jahr aufbringen; anstatt Wertschöpfung aus heimischen Ressourcen vorzunehmen, lassen wir jedoch nach Einschäzuung des Energieexperten dieses Geld zu einem großen Teil „in die Taschen der Putins und Ölscheichs dieser Welt“ fließen und „fi-nanzieren damit indirekt Krieg, Terror und Vertreibung“.
Jenni Follmann für BUND Südpfalz

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