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Gepostet by on Jun 14, 2016 in Allgemein, Bürgerbeteiligung, Kommunalpolitik, Landauer Denkmäler, Landesgartenschau, Verkehrspolitik, Wirtschaft, Wohnraum in Landau | 1 Kommentar

Wirklich „Gelernt Neues zu wagen“?

Unverdrossen scheint die Landauer Stadtspitze den einmal eingeschlagenen Weg weiterverfolgen zu wollen und setzt dabei auf bewährte Mittel. Parallel zur aktuellen Diskussion über die Zukunft der Landaue Stadtentwicklung in der Zukunft und den Beteuerungen ein für alle Menschen offenes Landau bauen zu wollen, gibt es weder belastbare Planungen zur Behebung der aktuellen Probleme, noch ist ein realistisches, perspektivisch in die Zukunft gerichtetes Denken auch nur im Ansatz erkennbar. Man verlässt sich wie gewohnt auf Prognosen die das Papier nicht Wert sind auf dem sie gedruckt sind, bezahlt mit öffentlichen Mitteln, die nur dazu dienen den „Benefit“ zweifelhafter Institute zu mehren.

Dann gibt es noch die „Schauveranstaltungen“ für die besser betuchten Klientel, auf denen die mit öffentlichen Mitteln alimentierten Verantwortlichen der Stadt  ihre Kreativität ausleben dürfen, die diese an anderer Stelle wohl zurückhalten.

Am 11.06.2016 war unter der Überschrift „Gelernt Neues zu wagen“ im Meinungsbildungsmonopolisten „Die Rheinpfalz“ ein Artikel zu lesen, der sich mit dem Prozess „Stadt weiter bauen“ beschäftigt und uns zu dem folgenden Leserbrief animierte:

So, so da schwärmt der aus Steuergeldern alimentierte Leiter des Bauamts der Stadt Landau über die kreative Auszeit, die ihm und seinen Mitarbeitern der Prozess „Stadt weiter bauen“ beschert habe. Das gibt zu der Vermutung Anlass, dass sowohl Herr Kamplade wie auch seine Mitarbeiter mit den Aufgaben des schnöden Alltags unterfordert zu sein scheinen, oder handelt es sich bei der städtischen Behörde „Bauamt“ um den sprichwörtlichen Elfenbeinturm in dem die „großen Denker“ und „Strategen“ der Kleinstadt Landau über die Zukunft an den Realitäten des Lebens vorbeiplanen? Würden die Protagonisten in der Baubehörde ihren Auftrag ernst nehmen, hätten sie gar keine Zeit für pseudointellektuelle Mätzchen im Stile des „Glasperlenspiels“ Stadt weiter bauen“.

Schon der Begriff „Nachhaltigkeit“ im Kontext mit den Bausünden auf dem ehemaligen Kasernengelände „Estienne et Foch“ gerne genannt, lässt einen starken Realitätsverlust bei den Stadtplanern vermuten. Nüchtern betrachtet handelt es sich um eine mittelmäßige Altbausanierung, garniert mit Monstergauben und Hochregalbalkonen von bayrischen Kasernen und rechtzeitig unter Denkmalschutz gestellten Hinterlassenschaften der französischen Armee, gepaart mit pseudomodernen Klotzhäusern in Billigbauweise die reißerisch zu überhöhten Preisen an den Mann gebracht werden sollen. Warum fühlt man sich in Landau immer an das Märchen von des „Kaisers neuen Kleidern“ erinnert, wenn es um das Selbstbild des Stadtvorstands geht, das dieser sich von der „Schwarmstadt“ Landau macht?

Der angeblich viel gerühmte „Landauer Weg“ mit seinem Modellcharakter wird sich schnell als Sackgasse erweisen und zwar aus ganz trivialen Gründen. Die städtebaulichen Überflieger im Bauamt haben bei aller Kreativität großzügig vergessen sich um eine Verkehrsplanung, die diesen Namen wenigstens ansatzweise verdient, zu kümmern. Schon jetzt kollabiert der Verkehr in der Südstadt auf den Ausfallstraßen nicht nur zu den Hauptverkehrszeiten. Kaum vorstellbar, wie es dann in den stillen Vorstadtstraßen aussieht, wie diese die Hartmannstraße bisher darstellte, wenn die Wohnzellen dort einmal bezogen sein werden. Die Zufahrten zu den Tiefgaragen sind nämlich just dort gelegen. Auch die bisher relativ ruhige Cornichonstraße erlebt schon jetzt eine drastische Zunahme des Verkehrs.

Kreativität könnten die städtischen Bauplaner auch dort verspritzen, wo es um aktuelle Probleme geht. Noch immer gibt es keine befriedigende, von kleinen Ansätzen einmal abgesehen, Lösung zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums in Landau. Gut ist man nur darin Probleme in die Zukunft zu verlegen und dafür zweifelhafte Studien von noch zweifelhafteren Instituten erstellen zu lassen.

Es bleibt zu hoffen, dass bald das unverblendete Kind die Blender als solche entlarvt und ruft: „Aber der Kaiser hat doch gar keine Kleider an“.

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1 Kommentar

  1. Der im Beirag genannte „Landauer Weg“wurde von der Bau-Verwaltung zwar gar nicht begangen, so wie überhaupt noch nie, obwohl das Konzept seit vielen Monaten fertig ist und seitdem auf Anwendung wartet.
    ; trotzdem knöpfte man sich bei „Stadt.weiter.bauen. das Label „Bürgerbeteiligung“ ans Revers, weil auch die Bürger wohl eigene Gedanken im Rahmen der Veranstaltung einbringen konnten.
    Von echter Bürgerbeteiligung (incl. Mitentscheidung) war und ist man jedochso weit wie noch vor 2,3 Jahren entfernt, nämlich mindestens einige Lichtjahre.
    Der aktuelle Prozess, 100 Hektar potentielles Bauland im Südwesten Landaus finden zu wollen, veranschaulicht dies sehr eindrucksvoll.
    Bürger – und damit potentielle Störer – beteiligen, die am Ende eigene Interessen vertreten? Wohl nur was für Schwächlinge, die die eigenen Interessen der Politik(er) nicht im Alleingang oder höchstens unter unwissender, lakeienhafter Mithilfe der Stadtrats-Mehrheit durchsetzen.

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