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Gepostet by on Mrz 23, 2016 in Allgemein, Energiewende, Klima, Kommunalpolitik, Landau, Verkehrspolitik, Wohnraum in Landau | Keine Kommentare

Pressemitteilung des BUND Südpfalz zum geplanten Wohngebiet im Landauer Südwesten vom 23.03.2016

Kreisgruppe Südpfalz

Presseinformation

  1. März 2016

Wohngebiet Landauer Südwesten:

Wer denkt eigentlich an den Verkehr?

Landaus Verkehr rennt in eine schlimme Sackgasse

Die „Schwarmstadt-Idee“ wird bei ihrer Umsetzung vor allem zu neuen Schwärmen an Individualverkehr auf den Straßen in und um Landau führen. Dazu gibt es Fragen, die aus der Bevölkerung an den BUND herangetragen worden sind. Und in der Tat ist nicht zu erkennen, ob sich die Väter der „Initiative Landau baut Zukunft“ schon Gedanken über ein vertretbares Verkehrskonzept für die umweltverträgliche Anbindung der mehr als 2000 Wohneinheiten gemacht haben. Wäre sie überhaupt machbar? Alleine am Beispiel Verkehr wird die Fragwürdigkeit des Projektes sichtbar.

Mit etwas gesundem Menschenverstand kann sich eigentlich jeder die Zunahme von Verkehrs-, Lärm- und Umweltbelastungen ausmalen, die ein großes neues Wohngebiet im Südwesten dann auf den bestehenden Straßen in und um Landau mit enorm gewachsenem Ziel- und Quellverkehr auslösen muss.

Schon jetzt sind täglich zu Stoßzeiten Stausituationen zum Markenzeichen des Landauer Straßenverkehrs geworden. Umso schlimmer muss es werden, wenn die bewusst in eine Schlafstadt Landau gelockten Neubürger allmorgendlich ihre fernab liegenden Arbeitsplätze ansteuern und zum Feierabend wieder in ihr Wohnquartier zurückkehren.

Alleine wer im Berufsverkehr die Stadt hinter sich lassen  will, müsste sich zuerst einmal und noch zeitraubender als schon heute durch den Rückstau rund um die drei häufig geschlossene Bahnübergänge an Westbahnhof, Schlossstraße und Weißenburgerstraße quälen. Stop & Go müsste durchgestanden werden entlang der L 511, der L 509, der Arzheimer-, Annweiler-, Westbahn-, Wollmesheimer-, Zweibrücker-  und Weißenburgerstraße. Eine empfindliche Zunahme des Verkehrs erleben in Zukunft dann auch die verkehrsberuhigten und überwiegend schmalen Tempo-30-Wohnstraßen wie Jagdstock, Salier-, Ramburg-, Berwartstein-, Lindelbrunn-, und Lazarettstraße sowie Raimund-Huber- und Dörrenbergstraße. Die umweltfreundliche Mobilität mit dem Fahrrad  –  insbesondere von Landauer Schülerinnen und Schülern gerne genutzt  –  wird durch die zu erwartende Verkehrszunahme auf diesen Strecken noch gefährlicher.

Das neue Park & Ride-Angebot am Landauer Hauptbahnhof wäre zur Nutzung des umweltfreundlicheren Angebots der Bahn wenig geeignet, da dessen Erreichbarkeit über die morgens und abends verstopften Straßen der Landauer Innenstadt durch massiven Zeitverlust noch unattraktiver wird. Der von der Bahn neu eingerichtete „Haltepunkt Süd“ kann nicht weiterhelfen, zumal hier bisher kein Park & Ride-Angebot vorgesehen ist. Parkmöglichkeiten am Westbahnhof sind meist ausgeschöpft und außerdem gebührenpflichtig.

Fazit: Das neue riesige Wohngebiet würde Landau in eine höchst unangenehme verkehrspolitische Sackgasse führen, die für Alt- wie für Neubürger eine Unmenge Belastungen mit sich bringen würde.

Angesichts dieser selbstgeschaffenen  Zwangslage wird den verantwortlichen Befürwortern des neuen Wohngebiets wahrscheinlich wieder nichts anderes einfallen als neuer und großzügiger Straßenbau weit hinein in die Südpfälzer Urlaubslandschaft. Auch nach dem Pariser Klimagipfel muss wieder festgestellt werden: „Sie haben nichts vergessen und nichts dazu gelernt.“ Während in anderen Bereichen der Co2-Ausstoß allmählich zurückgeht, bleibt er beim Sektor Verkehr konstant hoch.

Ulrich Mohr für den BUND Südpfalz

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