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Gepostet by on Okt 14, 2015 in Allgemein, Ärgerliches, Baum, Bürgerbeteiligung, Einzelhandel, Gelebte Demokratie, Kommunalpolitik, Kultur, kunst, Landesgartenschau, Presse | Keine Kommentare

Miesepeter?

Am 18.10. 2015 ist es soweit, nach der Abschlussveranstaltung verschließen sich die Türen der Landesgartenschau nun endgültig. Wir werden zurückschauen auf ein Ereignis, das die Stadt nachhaltig verändert hat und in naher Zukunft noch verändern wird. Eine kleine Rückschau sei erlaubt!

Frau Klag-Ritz, ehemalige Chefredakteurin der Lokalen Rheinpfalz Zeitung und seit der Landesgartenschau Berichterstatterin der aktuellen Ereignisse, hat dies für Ihre Leserschaft getan. Mit Ihrem Artikel „So nicht mehr“ geht sie mit dem Veranstalter und der gesamten Veranstaltung hart ins Gericht. Gerade mal einen Tag später präsentiert die Lokale Zeitung einige Leserbriefe, die voll des Lobes waren. So schnell und so viele Leserbriefe in kürzester Zeit abgedruckt? Offensichtlich inszeniert die RPZ die Diskussion!

Die meisten Leser werden die Frau Klag-Ritz daher jetzt Miesepeter nennen. Bei allen Lobeshymnen auf die LGS, ein großer Wurf war das für mich nicht.

Eine große Werbe-Chance für unsere Stadt Landau wurde leider vertan.

Für meinen Begriff geht Klag-Ritz‘ Bilanz nicht weit genug, dafür unterliefen im Vorfeld einige Fehler die sich ungünstig ausgewirkt haben.

Unsere Stadtverwaltung, angeführt durch den noch amtierenden Oberbürgermeister Hans Dieter Schlimmer, richteten ihre Blicke auf die Zeit danach und nicht auf die Veranstaltung. Es scheint, als haben sie mit der Vergabe an die Gartenschau-Gesellschaft das besondere Ereignis frühzeitig abgehakt. So nach dem Motto, Herr Schmauder wird’s richten!

Bürgereinbindung in Form von Freundeskreisen (800 Mitglieder), die sogenannten Geldbeschaffungs- und Aushilfs- Brigaden, hatten die „Funktion der Bürgerbeteiligung“ im kleinen Rahmen.

Tombola und Frühlingsball organisieren, diverse Pflanzaktionen in der Stadt durchführen, mitentscheiden welche Rutsche, oder Schaukel angeschafft werden soll. Beim Ablauf hatte man keinen Einfluss.

Anstatt unsere Weinkultur auf dem LGS Gelände und in der Stadt als herausragendes Erkennungsmerkmal hervorzuheben, gingen die Planer scheinbar davon aus, dass das Interesse daran gering ist und es kein Ausstellungsschwerpunkt darstellen soll.

Ebenso wurde unser außergewöhnlicher Zoo, der einzige in Rheinland Pfalz, kürzlich mit den Bestnoten in Europa bewertet, völlig unterbelichtet.

Die gängige Aussage aus anderen Landesgartenschauen war folgende: „Die wenigsten LGS-Besucher gehen anschließend in die Stadt“. Das war ein weiterer Fehler.

 

Tatsächlich wurde Werbung mit den ausgestellten Parkknöllchen betrieben. 5000 Stück nach den ersten 6-8 Wochen, waren einmal in der Zeitung zu lesen!! Die Verwaltung sorgte schon dafür, dass viele Besucher nicht mehr in die Stadt gingen und uns in schlechter Erinnerung behalten würden.

Für die Gartenschau musste der Handel einige Straßenrenovierungen über sich ergehen lassen. Zahlreiche Kunden waren durch die teilweisen, chaotischen Verkehrs-Verhältnisse abgeschreckt und blieben der Stadt fern. Für mich als Einzelhändler hat sich das sehr, sehr schlecht gerechnet. Die Verschiebung um 1 Jahr sorgte für weiteren Verdruss.

So gesehen waren die Aktivitäten des Stadtmarketings und des Unternehmerverbandes AKU ein Totalausfall.     Da hilft auch kein Schöngerede. Null Aktion, Frau Schlösser, Herr Leibrand, Herr Pfirrmann! Und wo waren die sonstigen Einzelhandels-Aktivisten wie Frau Burkhard und Herr Archiles (ehemals Werbekreisvorsitzende) ebenso die Einzelhändler im Stadtrat? Ihnen kam zur Stadt- und LGS Belebung auch gar Nichts in den Sinn. Wo waren wir Händler auf der Gartenschau,? Noch nicht einmal bei der Bewirtung der Veranstaltung vertreten!

Das stattliche Eintrittsgeld von 15 Euro lies einiges erhoffen. Unmut gab es am Anfang wegen den nicht vorhandenen Ermäßigungen für Rentnern und Familien.

Der Dauerbaustellen-Charakter blieb durchgehend erhalten und scheinbar musste das Gestaltungs-Budget für Blumen- und Grünflächen über 2 Jahre gestreckt werden.

Wo blieb unsere musikalische Kunst, hat die Stadt Landau nicht genügend Künstler für eine überregionale Musikveranstaltung? Wo war der Fernsehgarten vom ZDF?

Wenigstens war Herr Toni Marschall einmal auf der Bühne und konnte die Rentner beglücken.

Sind im Vorfeld alle Fördermittel für unsere eigene, gestalterische Kunst abgerufen worden?

Kurz zurück an Frau Klag Ritz gedacht:

Ihre Kritik am Veranstalter und an der Veranstaltung kann ich durchaus verstehen. In vielen Punkten teile ich sie mit Ihr und dennoch frage ich mich: Wo war denn Ihre kritische Stimme im Vorfeld?

Als Chefredakteurin hat Sie aufkommende Kritiken immer abgewürgt und schön für die Stadtoberhäupter, Herrn Wolf und Herrn Schlimmer geschrieben.

Die LGS hat das Planziel von 600 000 zahlenden Besucher erreicht. Tatsächlich kamen ca 8oo ooo, das sind mehr als

30 % über der Mindestzahl.

Das kann als Erfolg gebucht werden. Die kalkulierte Zahl ist wahrscheinlich schon etwas gering gehalten, damit auf jeden Fall „Alle gut dabei herauskommen“.

Eine neue Siedlung, ein Wohnpark mit hoher Lebensqualität, soll entstehen. Militärgelände umgewandelt werden in zivile Wohnflächen. Letztendlich ging es darum, nur darum, die Landesgartenschau war die Verpackung.

Ich habe mich im Vorfeld stark für die Landesgartenschau interessiert und sie nach meinen Möglichkeiten unterstützt. Als Einzelhändler, Künstler und aktiver Bürger hätte ich mir gerne eine stärkere Resonanz in der Stadt gewünscht. In diesem Punkt bin ich doch maßlos enttäuscht. Vielleicht waren meine Erwartungshaltungen zu groß, die Opfer die dafür zu erbringen waren, sind ebenfalls groß gewesen. Im Allgemeinen hat mir die Landesgartenschau gefallen, herauszuheben waren die Holzkirche und der Aussichtsturm.

Einen nachhaltigen Eindruck hat sie nicht hinterlassen.

Vergangene Woche wurde in der Rheinpfalz angekündigt, dass nach der Veranstaltung der Rest vom alten, noch bescheidenen Baumbestand abgeholzt wird. Zur besseren Planung und Vermarktung der Baugrundstücke.

300 und mehr Bäume mussten für die Großveranstaltung weichen und selbst ein angelaufenes Bürgerbegehren für ca. 80 Bäume in der Cornichonstraße konnte Herr OB Herr Schlimmer nicht ertragen. Die Demokratie wurde da mit Füßen getreten. Dieser Makel der LGS bleibt haften!

Wir werden Ihnen für diese Leistung gedanklich den Baumfäller-Orden verleihen.

Einen ganz besonderen Orden müsste man demjenigen zukommen lassen, der spekulativ das LGS- Gelände für „so gut wie“ bombenfrei erklärte!

Diiiiiieese Kooooosten….!

Die Mitarbeiter der LGS Gesellschaft mussten ein weiteres Jahr beschäftigt werden. Sämtliche Flyer und Werbedrucke hatten ein falsches Datum und waren somit unbrauchbar. Das gesamte Gelände wurde nach Sprengmittel durchwühlt, mit dem Ergebnis:

„10 Weltkriegsbomben, sogenannte Blindgänger wurden gefunden“.

 

Zur Erinnerung müssten diese neben 300 Hölzer-Stehlen auf den Landesgartenschau-Gedächtnisplatz zur Sommerlinde gesetzt werden!

 

 

Reinhard Dubronner

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